Das Schöneberger Rathaus



Das Rathaus Schöneberg gehört zu den bekanntesten Rathäusern der Stadt. Es dient heute als Sitz des Bezirksbürgermeisters von Tempelhof-Schöneberg. Zuvor war es Sitz der Schöneberger Bezirksverwaltung und bis 1920 der eigenständigen Stadt Schöneberg. Während der deutschen Teilung war das Rathaus in Berlin-Schöneberg Sitz des Westberliner Senates; in dieser Eigenschaft wurden dort ausländische Staatsgäste empfangen. Das Rathaus ist am einfachsten über den nach ihm benannten U-Bahnhof erreichbar, die Entfernung zum S-Bahnhof Innsbrucker Platz beträgt fünfhundert Meter.

Baulich auffällig am Rathaus Schöneberg ist der in der Mitte des Gebäudes angebrachte siebzig Meter hohe Turm. Die als schlicht wirkende Sandsteinfassade wird von einigen interessanten Reliefs geschmückt. Das Schöneberger Rathaus wurde während des Zweiten Weltkrieges stark zerstört und nach Kriegsende wiederaufgebaut. Beim Rathausturm wurden beim Wiederaufbau gegenüber dem Original einige Abstriche gemacht, dafür beherbergt er seit 1950 die Berliner Freiheitsglocke. Die Idee der Freiheitsglocke stammt aus den USA, sie symbolisierte ursprünglich die Freiheit im Westen gegenüber der Unfreiheit des Ostblocks. Heute wird sie als Symbol für die Freiheit aller Menschen verstanden und regelmäßig zur Mittagsstunde und zum Jahreswechsel geläutet. Des Weiteren läutet die Berliner Freiheitsglocke bei besonderen Ereignissen.

Rathaus Schöneberg in Berlin
Das Rathaus Schöneberg in Berlin

Der Platz vor dem Schöneberger Rathaus war Schauplatz mehrerer historischer Ereignisse. John F. Kennedy tätigte seinen berühmten Ausspruch “Ich bin ein Berliner“ 1963 auf dem Schöneberger Rathausplatz. Bereits 1961 fanden dort Kundgebungen gegen den Mauerbau statt. Die mit der Ermordung Benno Ohnesorgs einen traurigen Abschluss findende Demonstration gegen den persischen Schah nahm am zweiten Juni 1967 hier ihren Anfang.

Eine sehenswerte Ausstellung im Schöneberger Rathaus informiert unter dem Titel “Wir waren Nachbarn“ über das Leben der während der Naziherrschaft deportierten Schöneberger Juden. Ergänzend zur Ausstellung finden in unregelmäßigen Abständen Zeitzeugengespräche sowie weitere Informationsveranstaltungen statt.


Als Verwaltungsgebäude ist das Schöneberger Rathaus grundsätzlich frei zugänglich, lediglich bei Vorträgen und weiteren Veranstaltungen kann ein Eintrittsentgelt erhoben werden. Der Eintritt in die Ausstellung über ehemalige jüdische Bewohner des Stadtteils ist ebenfalls frei, diese ist täglich außer freitags geöffnet. An Werktagen können Besucher des Schöneberger Rathauses die Rathauskantine mitbenutzen.



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