Museum im Hamburger Bahnhof



Der Hamburger Bahnhof in Berlin-Moabit ist ein ehemaliger Personenbahnhof und beherbergt heute ein zur Nationalgalerie gehörendes Kunstmuseum. Die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt am besten über den Hauptbahnhof, von dort beläuft sich der Fußweg auf wenige hundert Meter.

Der Hamburger Bahnhof wurde lediglich von 1846 bis 1884 als Bahnhof für die zwischen Berlin und Hamburg verkehrenden Züge genutzt, anschließend fuhren diese den unmittelbar benachbart gelegenen Lehrter Bahnhof an. Bereits seit dem Jahr 1987 wurde der Hamburger Bahnhof in Berlin-Moabit für Kunstausstellungen benutzt. Die heutige Nutzungsweise als Teil der Nationalgalerie begann im Jahr 1996. Das vormalige Bahnhofsgebäude beherbergt neben dem Museum eine Buchhandlung sowie ein von der bekannten Köchin Sarah Wiener geführtes Restaurant.

Das Kunstmuseum im Hamburger Bahnhof ist der Gegenwartskunst gewidmet. Die Trennlinie zwischen der Gegenwartskunst und der in der Neuen Nationalgalerie gezeigten Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts ist nicht sehr scharf, einige vor 2000 gestorbene Künstler werden ebenfalls im Hamburger Bahnhof gezeigt. Von besonderem Interesse ist die Kunst von Joseph Beuys und von Andy Warhol. Einen großen Raum nimmt die von Friedrich Christian Flick dem Museum im Hamburger Bahnhof teilweise geschenkte Kunstsammlung ein. Diese wurden zunächst als Leihgabe gezeigt und waren in der Öffentlichkeit umstritten, da der Vater des damaligen Besitzers der Werke als Begünstigter des Nazi-Regimes verurteilt war und sich zudem der Beteiligung am Entschädigungsfonds für Zwangsarbeiter verweigerte. Die Rolle des Vaters war von Bedeutung, da die Kunstsammlung zum überwiegenden Teil von diesem angelegt und seinem Sohn vererbt wurde. Das Museum nahm die Schenkung letztendlich an und begründete die Entscheidung mit dem hohen Wert der Sammlung sowie damit, dass der 1944 geborene tatsächliche Stifter unbelastet sei. Nicht übersehen werden darf auch, dass Friedrich Christian Flick eine Zahlung an den Zwangsarbeiter-Entschädigungsfonds leistete. Das Geschenk umfasst etwa fünf Prozent der gesamten Sammlung, welche von 2004 bis 2011 im Museum ausgestellt wurde.

Das Kunstmuseum im Hamburger Bahnhof ist montags außer an einigen Feiertagen geschlossen. Des Weiteren ist der Silvestertag ein regelmäßiger Schließtag, während Neujahr nachmittags geöffnet wird. Neben Jugendlichen unter achtzehn Jahren erhalten auch Bezieherinnen und Bezieher von Arbeitslosengeld II und ähnlichen Transferleistungen freien Eintritt.



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