Jüdisches Museum Berlin



Das Berliner Jüdische Museum befindet sich in der Lindenstraße in Kreuzberg. Der wichtigste Bau Bestandteil des Museums ist der Libeskind-Bau. Daniel Libeskind errichtete den Neubau des Museums in der Form eines zerbrochenen Davidsternes. Der Neubau ist über einen unterirdischen Gang mit dem ehemaligen Kollegienhaus verbunden. Der Glashof wurde nachträglich im Jahr 2007 errichtet. Der Altbau beherbergt heute den Eingangsbereich einschließlich der Kassen sowie ein Restaurant, zudem wird er teilweise für Sonderausstellungen verwendet.

Im Libeskind-Neubau stellen leere Räume die Leere dar, welche durch die Shoah erzeugt wurde, diese Voids genannten Räume sind mit einer Ausnahme nur einsehbar und können nicht begangen werden. Ein weiteres Gestaltungsmerkmal bildet der Garten des Exils, in welchem sich neunundvierzig Stelen sowie Ölweiden befinden. Die Sieben ist eine im Judentum bedeutende Zahl, zudem erinnern achtundvierzig Stelen an das Jahr der Wiedergründung Israels, während die neunundvierzigste den Ort Berlin repräsentiert. Die Verbindung zwischen Israel und Berlin wird durch das Befüllen der Berlin-Stele mit Sand aus Jerusalem ausgedrückt. Des Weiteren symbolisieren Ölweiden einen für Israel typischen Baum, die eigentlich für das Land typischen Ölbäume können in Berlin nicht wachsen. Der Boden im Garten des Exils ist bewusst schief gestaltet, so dass Museumsbesucher sich unwohl und fremd fühlen. Verstärkt wird dieser Effekt mittels der durch die Stelen begrenzten Sicht. Der am meisten beklemmende Raum ist der Holocaust-Turm. Der Besucher wird in einen leeren Raum geführt, welcher nur wenig Licht empfängt.

Die ständige Ausstellung im Berliner Jüdischen Museum erzählt über zweitausend Jahre jüdische Geschichte in Deutschland. Die Ausstellung endet nicht mit der Shoah, sondern berichtet auch über das deutsche Judentum der Gegenwart und über die Integration der aus der vormaligen Sowjetunion sowie den Staaten des Baltikums eingewanderten Juden. Der historische Teil der Ausstellung beginnt mit den ersten nach Deutschland eingewanderten Juden, bei ihnen handelte es sich um im römischen Heer dienende Legionäre. Mit Glückel von Hameln und Moses Mendelsohn werden die Lebensgeschichten zweier bedeutender Juden ausführlich dargestellt. Einen sehr großen Raum im Berliner Jüdischen Museum nimmt die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ein, als Juden als vermeintlich dauerhaft gleichberechtigte Bürger in Deutschland lebten und die eigentlich bereits 1871 erfolgte Emanzipation scheinbar tatsächlich umgesetzt werden konnte. Im religiösen Bereich zeigt die Ausstellung den Wandel vom mittelalterlichen aschkinasischen Leben zum modernen Judentum einschließlich seiner Aufteilung in einzelne Richtungen wie dem orthodoxen und dem liberalen Judentum. Ein kleiner Bereich der Dauerausstellung im Jüdischen Museum widmet sich der Stadt Berlin, eine umfangreiche Darstellung der Berliner jüdischen Geschichte zeigt das Centrum Judaicum.

Berlin Jüdisches Museum
Das Jüdische Museum in Berlin

Die Dauerausstellung des Jüdischen Museums Berlin wird ergänzt durch Sonderausstellungen sowie durch eine Multimedia-Präsentation. Die Mitarbeiter verstehen sich nicht als Museumsaufsicht, sondern als Gastgeber und informieren die Museumsbesucher gerne und kompetent über alle Details der Ausstellung und der Gebäude.

Das Jüdische Museum ist beinahe täglich geöffnet, eine Schließung erfolgt nur zum jüdischen Neujahrsfest und zum Versöhnungstag sowie am Heiligen Abend. Das Restaurant kann auch von Nichtgästen des Museums besucht werden. Die Küche ist nicht koscher, sie verzichtet jedoch auf Schweinefleisch sowie auf Schalentiere und Krustentiere.


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