Das Holocaust-Mahnmal



Das Holocaust-Mahnmal erinnert in Berlin an die während des Nationalsozialismus ermordeten Juden. Der eigentliche Namen des Denkmals lautet Denkmal für die ermordeten Juden Europas, in der Öffentlichkeit hat sich jedoch die Kurzbezeichnung durchgesetzt. Das Holocaust-Mahnmal befindet sich in der Cora-Berliner-Straße unweit des Brandenburger Tores. Der Platz wurde auf Grund seiner zentralen Lage und der Nähe zum Regierungsviertel sowie zu zahlreichen ausländischen Botschaften gewählt.

Berlin Holocaust Mahnmal
Das Berliner Holocaust Mahnmal

Das Holocaust-Mahnmal wurde im Mai 2005 offiziell eröffnet, die Stelen waren bereits Mitte Dezember 2004 vollständig aufgestellt. Das Denkmal besteht aus zwei Teilen, den oberirdischen Stelen und einem als Ort der Information bezeichneten unterirdischen Museum.

Das jederzeit zugängliche Stelenfeld besteht aus 2711 Stelen, welche unterschiedlich hoch sind. Über die symbolische Bedeutung der Anzahl der Stelen wurde intensiv diskutiert; Peter Eisenman als Architekt des Denkmals gibt jedoch an, dass diese ohne symbolische Bedeutung sei. Er erklärt die Anzahl der Stelen mit der Größe des für das Denkmal vorgesehenen Platzes und als letztendlich zufällig; sein erster Entwurf sah eine größere Anzahl Stelen vor. Die Besucher können und sollen sich zwischen den Stelen bewegen, dabei ist der Platz so bemessen, dass es nicht möglich ist, zu zweit nebeneinander zu gehen. Die Stelen symbolisieren Gräber und erinnern auf diese Weise daran, dass die meisten der im Nationalsozialismus ermordeten Juden kein eigenes Grab bekommen haben. Zugleich erinnert die graue Farbe an die Asche der Opfer des Nationalsozialismus. Peter Eisenman sagt jedoch, dass sich das Denkmal jeglichen Deutungsversuchen entziehe und vielmehr ein Ort ohne eigentliche Bedeutung sei. Mit dieser Aussage verweist er auf die Leere, welche die Schoah in der deutschen Kultur hinterließ. Tatsächlich erzeugt der Besuch des Holocaust-Denkmales in Berlin ein Gefühl der Beklemmung und der Verunsicherung. Abgeschlossen wird der Platz des Denkmales für die ermordeten Jüdinnen und Juden Europas durch einundvierzig Bäume.

Ergänzt werden die Stelen durch den Ort der Information. Dieser ist montags
Holocaust Mahnmal in Berlin
Das Holocaust Mahnmal in Berlin
geschlossen, an einigen auf einen Montag fallenden Feiertagen jedoch geöffnet. Das wichtigste Element sind die Namen der namentlich bekannten Opfer der Schoah. Das Holocaust Mahnmal Mit der Gestaltung der Ausstellung wurde Dagmar von Wilcken beauftragt, von ihr stammt auch die im Centrum Judaicum gezeigte Ausstellung über das Berliner Judentum während der Naziherrschaft. Im Raum der Namen hören die Besucher der Gedenkstätte kurze Porträts über das Leben ermordeter Menschen. Im Raum der Orte sieht der Betrachter Filme ohne Ton, diese zeigen unterschiedliche Orte der Ermordung wie Ghettos, Konzentrationslager und Orte, an welchen Massenerschießungen stattfanden. Das über Computer abrufbare Gedenkstättenportal informiert über weitere Gedenkstätten. Sonderausstellungen und Sonderveranstaltungen sind möglich.

Der Eintritt in den Ort der Erinnerung ist frei, an ausgewählten Terminen besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einer ebenfalls unentgeltlichen Führung.



Copyright © 2017 sehenswürdigkeitenberlin.net