Bahnhof Berlin-Friedrichstraße



Der Bahnhof Berlin-Friedrichstraße ist ein Regionalbahnhof sowie eine Station der S-Bahn und der U-Bahn im Berliner Zentrum. Dieser Bahnhof wird inzwischen stärker als der Bahnhof Zoologischer Garten frequentiert. Für vor der Wende geborene Menschen stellt er auf Grund der mit ihm verbundenen Erinnerungen eine Sehenswürdigkeit dar.

Berlin-Friedrichstraße war Endpunkt der Transitzüge zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Berlin. Der Bahnhof lag zwar auf dem Staatsgebiet der DDR, er war aber in einen westlichen und einen östlichen Bahnhofsbereich aufgeteilt. Im westlichen Teil des Bahnhofes konnte zwischen der dort endenden Westberliner Stadtbahn und der Nord-Süd-Bahn umgestiegen werden; die S-Bahnzüge auf der Nord-Süd-Bahn fuhren mit Ausnahme der Station Friedrichstraße auf den innerhalb der DDR gelegenen Bahnhöfen durch und konnten somit ohne Grenzkontrollen benutzt werden. Auf der östlichen Seite endete die Stadtbahn ebenfalls am Bahnhof Friedrichstraße. Sowohl für den Tagesbesuch als auch für einen längeren Aufenthalt durften Reisende den Grenzübergang am Bahnhof Friedrichstraße benutzen, eine relativ schnelle Abfertigung erfolgte für Transitreisende einschließlich Flugreisende ab Berlin-Schönefeld. Die Lage auf dem Gebiet der DDR und der Zugang ohne Grenzkontrollen ermöglichte den Einwohnern Westberlins, günstig Tabakwaren und Spirituosen an den Kiosken auf dem Bahnhof Friedrichstraße zu erwerben.

Berlin Friedrichstraße - Bahnhof Friedrichstraße
Der Bahnhof Berlin-Friedrichstraße

Die Grenzkontrollstelle des Bahnhofes Berlin-Friedrichstraße wurde im Volksmund als Tränenpalast bezeichnet. Heute besteht der ehemalige Verbindungsgang zwischen dem Bahnhof und der ehemaligen Ausreisehalle nicht mehr, so dass die Halle vom Bahnhof getrennt wurde. Im Tränenpalast ist seit September 2011 eine Ausstellung über die Auswirkungen der deutschen Teilung auf das Leben im Alltag eingerichtet. Des Weiteren stellt die Anlage die ehemaligen Kontrollkabinen und weitere Elemente der Grenzabfertigung nach. Vor dem Bahnhof Friedrichstraße befindet sich das Denkmal “Züge in den Tod – Züge ins Leben“, welches an die mittels der Kindertransporte nach London geretteten jüdischen Kinder erinnert.

Der Bahnhof Friedrichstraße ist als öffentlicher Verkehrsknotenpunkt selbstverständlich frei zugänglich, ebenso ist der Eintritt in die Ausstellung im ehemaligen Tränenpalast kostenlos.



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